Schiffswarck der American Star vor Fuerteventura
Schiffswarck der American Star vor Fuerteventura – Heute sind die Überreste des 1994 verunglückten Luxusliners nicht mehr zu sehen.

Am 15. Januar 1994 geriet der Flottenverband bestehend aus Abschlepper und American Star am Tau vor den Kanarischen Inseln in einen Sturm der Windstärke 11 bis 12.

Das Wrack der American Star

Am 17. Januar 1994 strandete dann auf Fuerteventura (Kanarischen Inseln) der Luxusliner American Star. Dem Schiff wurde ein Sturm der Windstärke 11 bis 12 zum Verhängnis. Wobei das Schiff wohl standgehalten hätte, aber die Schlepptrosse, an dem das ehemalige Kreuzfahrtschiff abgeschleppt werden sollte, riss. Zum Zeitpunkt des Unglücks war die American Star aber bereits ausgemustert, sie wurde abgeschleppt und sollte nach Thailand gebracht werden.

Ehe die American endgültig strandete, wurden die vier Besatzungsmitglieder, die sich noch auf dem Schiff befanden, mit einem Hubschrauber gerettet.

Das Meer nagte am Schiff. Die Bewohner der Insel schlachteten es aus. 2005 sorgt ein weiterer Wintersturm dafür, dass das Schiff Schlagseiten bekommt. Wenig später verschwindet der Schornstein. 2007 sinkt das Wrack. Zwar ragen noch einige Teile aus dem Wasser. Aber auch diese letzten Teile können sich nur noch bis März 2008 halten. Etwa zur gleichen Zeit, ab dem von der American Star nichts mehr zu sehen ist, kommt es vor Hongkong zu einem anderen Schiffsunglück. Beteiligt ist der Hochseeschlepper Neftegaz 67. Von diesem war die American Star 1994 losgerissen worden, der Schlepper hatte sich dann davon gemacht. Der Schlepper von einst sinkt bei seinem Unfall 2008 vollständig.

Geschichte der American Star

In Dienst gestellt worden war die American Star als America. Ihren Stapellauf feierte man am 31. August 1939. Am nächsten Tag brach in Europa ein Krieg aus, der als 2. Weltkrieg in die Geschichtsbücher einging. Die Schiffstaufe nahm Eleanor Roosevelt, die Ehefrau des damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt vor. Ihre Indienststellung erlebte das Schiff zwar 1940 noch als Kreuzfahrtschiff in der Karibik, zwei Jahre danach wurde dann nach dem Kriegseintritt der USA zum Truppentransporter und wurde nun USS Westpoint genannt. Nur der erste von vielen Namen: Es folgten Australis, Italis, Naga, Alferdoss und dann – am Ende, der Name des Unglücks – American Star. Der 2. Weltkrieg ging 1945 zu Ende und bald wurde das Schiff wieder als Passagierschiff und Linienschiff eingesetzt. Und so steuerte es u.a. auch den Hafen von Bremerhaven an. Mit zunehmender Beliebtheit von Flugreisen nahm der Bedarf an Schiffsreisen spätestens ab 1960 ab. Ab 1980 lag sie dann im Hafen Eleusis (Griechenland) und rottete vor sich hin.

Die American Star verunglückt im Wintersturm vor den Kanaren

1994 wurde das Schiff dann endgültig ausgemustert. Von Griechenland sollte es durch das Mittelmeer und rund um Afrika herum bis nach Thailand gebracht werden. Dafür wurde die American Star vom ukrainischen Hochseeschlepper Neftegaz 67 an die Leine genommen. Während eines Sturms bzw. Orkans riss dann das Tau. Zunächst trieb der ehemalige Luxusliner auf dem Ozean, am Ende strandete es vor der Kanareninsel Fuerteventura.

Dazwischen lagen zwei Tage, in denen das 220 Meter lange Schiff mit seiner Besatzung aus vier Mann hilflos dem Sturm und der Meeresströmung ausgesetzt war. In der Nacht zum 17. Januar schob es der Wintersturm dann endgültig an den Strand.

Die American Star wird ausgeschlachtet

Damit war die Geschichte der American Star aber keinesfalls zu Ende. Als Strandgut, sie soll einem gestrandeten Wal geähnelt haben, wurde sie ausgeschlachtet. Keiner erhob auch Ansprüche auf das Schiff, geborgen werden sollte es auch nicht. Am 6. Juli 1994 wurde das Schiff zum Totalverlust erklärt und der Natur überlassen. Die Versicherungssumme wurde an die Chaophraya Developement Transport Company ausbezahlt. Es gab Gerüchte, dass es sich bei dem Ganzen um einen Versicherungsbetrug handele, jedoch gibt es dafür keine Beweise.

Todesopfer bei der Ausschlachtung der American Star

Schließlich war der Ozeanriese einmal ein Luxusliner gewesen und so fanden sich auch noch ansprechende Möbel und anderes Inventar, sogar Pianos, an Bord. Allerdings war die Bergung des Inventars nicht ganz ungefährlich. Das und die Tatsache, dass das Schiffswrack auch als Spielplatz und Ort für Mutproben missbraucht wurde, führte zu einer ganzen Reihe von Unglücksfällen. Ob es nun sieben oder 30 Todesopfer waren, die den Ausflug zum Schiffswrack nicht überlebten, das weiß man nicht so genau.

Gestrandet war die American Star sechs Kilometer südlich des Fischerdörfchens Ajuy. An einem abgelegenen Strand, Playa de Garcey, zwischen La Pared und Ajuy.

Technische Daten American Star

  • Schiffstyp: Transatlantik-Passagierdampfer
  • Kiellegung: 22. August 1938
  • Stapellauf: 31. August 1939
  • Übernahme: 2. Juni 1940
  • Verbleib: Am 17. Januar 1994 auf Fuerteventura (Kanaren) gestrandet. Bis 2008 restlos verschwunden.

220,4 Meter lang. 28,4 Meter breit. Tiefgang maximal 8,84 Meter. 643 Besatzungsmitglieder.

Transportkapazität: 543 Passagiere in der Kabinenklasse. 418 in der Touristenklasse und 241 in der dritten Klasse.

Höchstgeschwindigkeit der American Star: 22 kn (41 Stundenkilometer)

Zeitleiste American Star

American Star
American Star
  • 1938: Kiellegung USA
  • 1939: Eleanor Roosevelt tauft beim Stapellauf das Schiff. Es soll als Passagierschiff im Nordatlantik zum Einsatz kommen. Zunächst wird es Kreuzfahrtschiff in der Karibik und zwar als America (United States Lines).
  • 1939 bis 1945: 2. Weltkrieg. Die USA halten sich zunächst raus.
  • 1941: Die USA treten in den 2. Weltkrieg ein.
  • 1942: Die America wird als USS Westpoint Truppentransporter.
  • 1946: Als America wird das Schiff wieder zum Passagierschiff.
  • 1978: Kurzer Einsatz als Kreuzfahrtschiff.
  • 1980: Die American Star liegt im Hafen von Eleusis (Griechenland) und zwar als Noga.
  • 1984: Das Schiff wartet auf seine wirtschaftliche Verschrottung und heißt nun Alferdoss.
  • 1992: Geplannt ist nun aus dem Schiff ein Hotel zu machen. dafür soll das Schiff, das nun American Star genannt wird, nach Thailand geschleppt werden.
  • 1994: Abschleppung Richtung Thailand. Im Wintersturm reißt sich die American Star von der Schleppertrosse los und läuft vor Fuerteventura auf Grund. Die vier Besatzungsmitglieder können gerettet werden.
  • 2004: Das Schiff erhält nach einem weiteren Sturm schwere Schlagseiten.
  • 2006: Das Schiff hat nun einen Neigungswinkel von 55 Grad erreicht.
  • 2006: Ein Großteil der Aufbauten stürzen ein. Das Bugteil hat seine stabile Lage verloren. Der anfang vom endgültigen Verschwinden.
  • 2007: Das Vorschiff zerbricht in zwei Teile, auch der Rest des Schiffs stürzt ein. Nur noch Fragmente sind zu erkennen.
  • 2008: Im Hafen von Honkong kollidiert der chinesische Frachter Yao Hai mit dem ukrainischen Hochsee-Schlepper Neftegaz 67. Die Neftegaz 67 sinkt innerhalb weniger Minuten. Von den 25 Besatzungsmitgliedern können sich nur sieben retten.
  • 2013: Wrackteile der American Star sind nur noch bei ruhiger See sichtbar.
  • 2015: Die letzten Reste des verbliebenen Bugteils versinken ebenfalls im Wasser.